Projektwettbewerb Schulanlage Felsberg: Dienstleistungen von Architekturbüros
Eine Schule für Felsberg – heute und morgen
Felsberg ist eine attraktive und wachsende Gemeinde im Bündner Rheintal. Zwischen Rhein und Calanda gelegen, verbindet der Ort die Nähe zu Chur mit einer hohen landschaftlichen Qualität und einem lebendigen Dorfleben. Die Schulanlage liegt zentral am Dorfeingang direkt entlang des Rheins mit dem Schutzwald. Ein attraktiver Freiraum für Naherholung und in diesem schönen Landschaftselement eingebettet liegt die Schule. Sie ist weit mehr als ein Ort für den täglichen Unterricht: Sie ist Bildungsort, Treffpunkt und Teil des öffentlichen Lebens der Gemeinde.
Auf dem Areal sind heute Kindergarten, Primarschule und Oberstufe an einem gemeinsamen Standort vereint. Aula, Turnhalle und Aussenräume werden von der Schule, den Vereinen und der Bevölkerung genutzt. Der über Jahrzehnte gewachsene Bestand kann den zukünftigen Bedarf jedoch nicht mehr in einer klaren Struktur und mit einer effizienten Betriebsführung abdecken.
Die Einwohnerzahl ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und wird gemäss der vorliegenden Prognose bis 2050 weiter zunehmen. Damit wächst auch der Bedarf an Schulraum. Felsberg ist die kinderreichste Gemeinde im Kanton Graubünden, mit einem Anteil an Schülerinnen und Schüler von 14 Prozent zur Gesamtbevölkerung. Das heutige Areal weist einige Qualitäten auf, genügt den künftigen Anforderungen aber nicht mehr in allen Bereichen. Dem Kindergarten und der Oberstufe fehlen geeignete und zeitgemässe Räume. Die beiden bestehenden Turnhallen sind stark ausgelastet und weisen betriebliche, bauliche und technische Defizite auf. Die Bedürfnisse des Schulsports können nur eingeschränkt erfüllt werden. Auch die Vereine stehen mit der vorhandenen Kapazität zunehmend unter Druck. Defizite bestehen zudem bei der Aula und der Bühne, wodurch eine ausserschulische Nutzung während des Tagbetriebs nicht möglich ist. Die Primarschule befindet sich demgegenüber grundsätzlich in einem guten Zustand. Da der Schulraumbedarf für diese erfüllt wird, ist sie nicht Teil des Wettbewerbs, jedoch Teil der Gesamtübersicht.
Die Gemeinde Felsberg hat diese Ausgangslage sorgfältig untersucht, eine Wachstumsprognose 2050 erstellen lassen und die Bedürfnisse analysiert. Daraus wurde ein Raumprogramm generiert und anhand einer Machbarkeitsstudie mit Grobkostenschätzung die Grundlage für eine zukünftige Entwicklung erarbeitet. Die Machbarkeitsstudie prüfte verschiedene Standorte und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Dorfes. Dabei wurden neben dem zusätzlichen Schul- und Sportraum auch die ortsbauliche Einordnung, die Interessen der Vereine, der Umgang mit der bestehenden Bausubstanz sowie die Etappierung während des laufenden Schulbetriebs betrachtet. Die Untersuchungen zeigen, dass der heutige Schulstandort über grosses Potenzial verfügt. Er kann zu einem zukunftsfähigen, gut verankerten und vielseitig nutzbaren Bildungs- und Begegnungsort weiterentwickelt werden. Fokus der Studie wurde auf den Erhalt der Gebäude gelegt. Um für den Wettbewerb einen grösseren Spielraum zu generieren, können gewisse Gebäudeteile wie Aula/Kindergarten durch einen Neubau ersetzt werden.
Zur Sicherstellung eines attraktiven Gesamtkonzeptes veranstaltet die Gemeinde Felsberg einen einstufigen Projektwettbewerb. Vorgängig an den Projektwettbewerb wird eine Präqualifikation durchgeführt, in welcher sich interessierte und geeignete Planungsteams (Architektur, Landschaftsarchitektur) für die Aufgabe bewerben können. Die Präqualifikation ist nicht anonym. Das Verfahren soll aufzeigen, wie eine Bebauung unter Berücksichtigung der angestrebten Qualität umgesetzt werden kann. Gesucht ist deshalb ein Projekt, das auf dem bestehenden Areal eine überzeugende Gesamtidee entwickelt. Die Aufgabe umfasst den Neubau einer kompakten Dreifachturnhalle, als auch die Sanierung und Erweiterung der Oberstufe. Hinsichtlich des Kindergartens und der Aula/Bühne wird bewusst offen gelassen, ob eine Sanierung, Erweiterung oder ein Neubau sich anbietet.
Die Schule wird als integrative Schule geführt und legt besonderen Wert auf Teamarbeit sowie eine koordinierte Schulentwicklung über alle Stufen. Der Unterricht orientiert sich am Lehrplan 21 Graubünden. Auf der Oberstufe wird das Niveaumodell C mit zwei Niveaustufen geführt und eine differenzierte Förderung ermöglicht. Im Zentrum stehen neben dem akademischen Fortkommen die Förderung von Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit sowie die Gemeinschaftsbildung.
Im Kindergarten prägen vielfältige Formen des gemeinsamen Lernens, Spielens, Gestaltens, Bewegens und Rückzugs den Alltag. In der Primarschule rücken klassenbezogenes Lernen und Klassengemeinschaft stärker in den Vordergrund. Fachliche Förderung und die Entwicklung überfachlicher Kompetenzen, insbesondere der sozio-emotionalen Entwicklung, werden dabei als gleichwertig gewichtet. Auf der Oberstufe wird dieser Weg weitergeführt und die Selbständigkeit nochmals stärker gewichtet. Frontaler Input und Instruktion in Klassen- und Fachräumen werden durch individualisiertes Lernen sowie Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, selbstorganisiertes Lernen und Projektarbeit ergänzt. Dies soll sich in der Architektur so abbilden, dass die stark strukturierte Raumabfolge mit traditionellen Schulzimmern durch eine offene, flexible und langfristig anpassbare Lernlandschaft ergänzt wird.
Das Raumprogramm bildet die Anforderungen aller Schulstufen (Kindergarten, Oberstufe), des Schulsports und des Vereinsbetriebs ab. Erwartet wird eine Anlage, die klare Abläufe ermöglicht, unterschiedliche Nutzungen selbstverständlich miteinander verbindet und auch auf künftige Schulraumentwicklungen reagieren kann. Reserven für künftige Entwicklungen bestehen hierfür im westlichen Teil «Äuligärta» wo sich die heutige Spielwiese befindet (Entwicklungsreserve ZöBa, Parz. Nr. 286).
Eine besondere Qualität der Aufgabe liegt im Umgang mit dem Bestand. Gefragt sind keine isolierten Einzelmassnahmen, sondern eine sorgfältig komponierte Weiterentwicklung des gesamten Schulareals. Dabei soll ein Ort entstehen, der Kindern und Jugendlichen gute Lern- und Lebensräume bietet, den Lehrpersonen einen verlässlichen Arbeitsort gibt und der Bevölkerung auch ausserhalb der Schulzeiten offensteht.
Die Aufgabe verlangt gestalterische Klarheit und zugleich einen verantwortungsvollen Umgang mit den verfügbaren Mitteln. Die maximale Investitionssumme beträgt CHF 30 Mio. inklusive Mehrwertsteuer. Dieser Betrag wurde im Rahmen einer Infoveranstaltung am 29.04.2025 der Gemeindebevölkerung kommuniziert und ist ebenso in die langfristige Finanzplanung eingeflossen. Der Betrag gilt als Kostendach. Tiefere Kosten sind erwünscht. An der Gemeindeversammlung vom 01.10.2025 wurde der Kredit für den Projektwettbewerb sowie für die SIA-Phasen 31 - 33 gesprochen. Mit einem bewilligten Bauprojekt wird der Ausführungskredit nochmals von der Bevölkerung entschieden. Die politisch kommunizierten Baukosten sind ein wesentlicher Bestandteil der Aufgabe und eine Einladung, innerhalb des vorgegebenen Rahmens innovative und kreative Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Mit dem Projektwettbewerb wird ein Beitrag gesucht, der Felsberg nicht nur mehr Raum gibt, sondern neue Möglichkeiten eröffnet: für das Lernen, den Sport, Begegnungen und ein lebendiges Dorf. Die Gemeinde freut sich auf Teams, die diese Aufgabe mit Sorgfalt und einem klaren Blick für das Machbare weiterdenken.
Clarissa Flepp
Schulstrasse 1
7012 Felsberg
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